Hier sieht man eine Blume auf gebrochenem Untergrund, die die Brüchigkeit von Borderline darstellt

Das sind wir: Borderline und ich

Zuerst möchte ich dir danken, dass du auf meiner Seite bist und durch meine Inhalte gehst. Ich hoffe, du kannst für dich etwas mitnehmen und profitieren.

 

Wenn du, wie ich, mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung lebst: Du hast meinen tiefen Respekt dafür, bis jetzt durch zu halten. Ich wünsche dir den Mut und die Kraft, dir Hilfe zu holen und weiter zu gehen auf der Reise zu dir selbst!

Aufklärung und Sensiblisierung: Schluss mit BPD-Stigmata

Ich und Borderline leben jetzt schon eine sehr lange Zeit gemeinsam. Oft dachte ich, wir bringen uns um, wir schaffen es nicht. Es war knapp. Oft fand ich es so ungerecht, andere zu sehen und zu denken wie einfach könnte Leben sein?

 

Zumindest bedeutend einfacher, bemerkte ich manchmal, wenn ich unter anderen Menschen war - oder auf sozialen Medien. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, eine normale Familie? Ein Job für längere Zeit? Stabilität? Was für andere eine Selbstverständlichkeit ist, war für mich ein verdammt harter Kampf.

 

Und dann höre ich immer wieder: "Borderline sind Psychos", "Ich will nie mit Borderlinern zu tun haben" - ihr kennt das vermutlich. Da werde ich wirklich aggressiv.

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Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung:

Auch ich bin wertvoll

Nur weil ich eine sehr schwierige Kindheit und Jugend hatte, werde ich dafür verurteilt, dass ich anders bin?

 

Dass ich nicht klar komme - deswegen? Ich bemühe mich doch, ich kämpfe und ich psychotherapiere, ich mache Sport und ich bin nett, gemein bin ich mittlerweile fast nur noch zu mir selber. 

Hat man Borderline nicht, kann man nicht nachvollziehen, durch welche Hölle wir gehen.

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Letzthin war ich auf einem Workshop - eine Person machte aufgrund persönlicher Erfahrungen immer wieder abfällige Bemerkungen über Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und wie unzumutbar sie seien. Ich lächelte darüber hinweg - am Abschlusstag kam ich jedoch nach Hause, fiel ins Bett und begann zu heulen.

 

Ich fiel in ein Loch aus "Ich will nicht mehr", "Ich mag nicht mehr", "Ich will sterben", "Leben ist nur Schmerz." Und da merkte ich: Scheisse, das hatte die ganze Zeit etwas mit mir gemacht. Ich musste die ganze Zeit anhören, dass ich (weil ja Borderline) nicht zumutbar für Gruppen sei - und dabei saß ich in einer Gruppe und kam mit allen inkl. Leiter super aus.

 

Entstigmatisierung und Aufklärung über Borderline 

Ich war so verletzt, ich war so wütend, ich setzte mich hin und schrieb diese Seite. Und ich bin unglaublich glücklich darüber, denn seit Jahren will ich das tun.

 

Ich will eine Website machen, um Menschen ohne dieser Persönlichkeitsstörung zeigen: Mit unseren Traumata benötigen wir viel Unterstützung und Hilfe, um zu lernen, damit um zu gehen, was uns passierte.

 

Doch auch wir sind liebenswert und zumutbar unter unserem Schutzmantel!

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Vor allem mache ich diese Seite aber für andere Menschen mit Borderline, um ihnen zu zeigen:  Doch, es geht! Und wenn es dann gegangen ist, dann, glaubt mir: Dann seid ihr Lichter! Dann strahlt ihr euren Mut, eure Weisheit, eure Liebenswürdigkeit und eure tiefe Liebe durch jede Pore aus.

 

Und dann wäre es toll, wenn ihr auch aufsteht und sagt: Ich lebe mit Borderline und ich bin genau so wertvoll - und anderen Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung zeigt, was euch half. Ich rede in meinem Umfeld darüber, dass ich BPD habe, damit sie sich auskennen und nachvollziehen können, was manchmal mit mir passiert.

 

Ich versuche auch zu meinen Narben zu stehen, sie nicht zu verstecken, um zu zeigen: Ich bin trotzdem normal (dieses Thema verunsichert mich noch, ich habe immer das Gefühl, alle denken dann, ich sei ein Psycho). So können wir, die schon ein paar Schritte im Prozess gegangen sind, die Entstigmatisierung von Borderline vorantreiben und gleichzeitig jene ermutigen, die noch "nicht so weit" sind.

Wir brauchen dazu Freunde und Menschen, die uns unterstützen

Um erstmals zu merken, dass wir irgendwie einen gesunden Anteil haben, dass wir liebenswert sind, dass wir aushaltbar sind, benötigen wir ganz besondere Mitmenschen, die uns das zeigen. Ich erinnere mich an die wundervolle Claire, die mir in Irland sagte: "Joanna, you are full of love." Das machte ganz viel Schönes mit mir.

 

Oder Michael, der mir nach unserem Zypern-Urlaub das Mitreise-Ranking 10/10 gab, was mich sehr berührte. Diese kleinen Dinge sind Balsam für unsere Wundheilung. Sucht euch Menschen, die ihr durch die kleinen Löcher eurer dicken Schutzmauern euer wahres Wesen sehen lässt - und die damit behutsam umgehen. Es gibt sie und sie sind unbezahlbar. 

  • Danke, Daniel, der mir zeigte, ich bin zumutbar und mir liebevoll, meinen Weg aus der Hölle zeigte.

  • Danke, Michael, der mir zeigte, ich bin da und gehe nicht mehr weg.

  • Danke, Sara und Pilar, die mich mit ihrer zauberhaften, liebevollen Art immer wieder ermutigten, weiter zu gehen. 

  • Danke, Robin, der in meiner Auf-Ab-Achterbahn immer wieder mitfuhr und mit Humor die Extreme milderte.

  • Ich danke meiner Familie mit Kerstin und Julie, die immer wieder für mich da waren, egal, was davor passierte.

  • Ich danke Mama, die mich ermutigt, zu mir zu stehen und meinem Bruder Florian, der selbst ein tapferer Kämpfer ist und mich mit seiner Weisheit und Humor immer wieder Wegweiser gibt.

  • Ich danke Anja, Jessica und dem ganzen Team, dass sie mich nicht nur als Therapeuten, sondern mit so viel mehr begleiteten. Ihr gabt mir einen Boden und Flügel.

  • Danke, Thomas, mit deinen Pferden - danke, Pferde, dass ihr mich fühlen lässt

  • Danke, Kerstin und Roland und dieser tollen Gruppe, dass ich mit euch die wundersame Reise zu mir selbst starten durfte.

  • Und danke Meer, Magnet der Empfindsamen (nach Nina George), wo ich immer wieder meine Ruhe fand.

 

 

i-Borderline: Warum meine Website heißt, wie sie heißt

 

Der Name für die Website fiel mir sofort ein: i-borderline. Natürlich mit Augenzwinkern zu diesen i-Dingen von Apple, aber auch, weil ich NICHT Borderline bin.

 

Ich habe es und wir kommen mittlerweile schon besser zurecht. Doch  da gibt es das "Ich" und das "Borderline" und ich kann endlich sagen, es hat mich nicht mehr im Griff. Ich bin (manchmal schon fast) frei: i-borderline. 

Ich erinnere mich hier an ein Gespräch mit meiner Schwägerin Julie. Sie sagte: "Weißt du, Johanna, ich bin dir nicht böse. Ich kann unterscheiden, was bist du und was ist die Krankheit." Das berührte mich damals sehr und war für mich selbst ein großes "Ohhh, stimmt".

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So, du tapfere Kriegerin, du tapferer Krieger, ich wünsche dir auf deinem Weg alle Liebe und Stärke, die dir helfen einen Fuß vor der anderen zu setzen. Und das Wissen, das dich tragen soll, dass du hier zu etwas Größerem bestimmt bist: Du hast hier einen Sinn!

Alles Liebe

Johanna

Borderlinerin: Wer? Wie? Wo Was?