Beziehung & Borderline:
Liebe

Beziehungen mit Borderline sind wild wie das Meer

Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstruktur sind von einem tiefen schmerzhaften Leeregefühl, mit einer abgründig tiefen Sehnsucht nach liebevoller Nähe heimgesucht. 

 

aus: Gottesbilder bei Menschen mit einem Borderline-Syndrom

Borderline-Persönlichkeitsstörung und Beziehungsverhalten 

 

Menschen mit Borderline wechseln ihre Partner meistens schnell, treffen Entscheidung impulsiv. Kleine Trigger lösen extreme Reaktionen und Entscheidungen aus: So kann beispielsweise das Zuspätkommen des Gegenübers schon Anlass zum Beenden der Beziehung sein.

 

Für Partner von Menschen mit Borderline-Persönlichkeit ist das Beziehungsverhalten mit Handlungen und Gefühlen oft unverständlich - gerade Partner sowie Freunde und Familie können auf dem Weg der Besserung jedoch eine große Hilfe sein. Wichtig ist, dass sie sich gut schützen und darauf achten, nicht selbst in einen destruktiven Sog hinein gezogen zu werden.

 

Folgende Fragen werden hier beantwortet - wissenschaftlich recherchiert und durch meine eigene Meinung ergänzt:

Habt ihr einen guten Freund oder eine eine gute Freund der/die Borderline habt, findet ihr weitere Infos unter Borderline und Beziehung: Freundschaft

Habt ihr die Vermutung, dass ihr von einer Borderline-Persönlichkeitsstörung betroffen seid, macht den BPD-Selbsttest. Wichtig: Das Ergebnis ist keine Diagnose, kann aber ein Hinweis sein und fragt die Symptome der Persönlichkeitsstörung ab.​

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Wie erkenne ich eine Borderline-Beziehung? (on-off, beziehungsunfähig, toxische Beziehungsmuster)

  • hohe Stimmungsschwankungen - Instabilität und Impulsivität: Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen leiden unter hohen Anspannungen und reagieren auf kleinste Trigger mit unverständlich großen Reaktionen.

  • Ihre Stimmung ist instabil und impulsiv. Haben Partner schnelle, unvorhersehbare Wutanfälle mit hoher Intensität, Destruktivität wie Vorwürfen und Trennungsandrohungen, kann dahinter mehr stecken. Dabei gibt es oft keine “Mitte” - die Stimmung wechselt von Aggression (z.B. “Ich hasse dich”) zu Depression (z.B. “Ich will sterben”).

  • On-Off-Beziehung und toxische Beziehungsmuster: Häufige Partnerwechsel und On-Off-Beziehungen prägen oft Beziehungen von Borderlinern. Am Anfang idealisieren Betroffene ihre Partner und finden alles großartig, sie möchten so viel Zeit miteinander verbringen wie möglich. Entdecken sie dann, dass der Partner nicht “perfekt” ist, folgt schnell Entwertung und Verachtung. Menschen mit Borderline sehen oft nur schwarz oder weiß. Sie idealisieren ihr Gegenüber, wird es zu nah, haben sie Angst vor zu viel Nähe - es kommt zu Entwertung und Beziehungsabbruch. Nun folgt Angst vor dem Alleinsein, vor dem Verlassenwerden - so kommt es zur anschließenden Versöhnung. Menschen mit Borderline wird Beziehungsfunähigkeit unterstellt  

  • Selbstschädigendes Verhalten, Selbstverletzungen, Suiziddrohungen, Gewalt: Impulsivität und Instabilität führen immer wieder zu Verhaltensweisen, die Betroffenen mit BPD schaden. Dabei schlagen sie oft über die Stränge: Sie stehlen oder geben sehr viel Geld aus, haben Essanfälle, konsumieren Drogen etc. Selbstverletzungen sind in vielen Formen möglich, Suizidandrohungen sind ernst zu nehmen (aus Trigger-Gründen möchte ich hierauf nicht näher eingehen). Aggression und/oder Gewalt gegen sich selbst und andere kann ein weiteres Zeichen sein. 

Wenn ihr mehr über die Borderline-Erkrankung lesen wollt, empfehle ich euch die Seite "Was ist Borderline".

Meine Erfahrung:

Feste Beziehungen einzugehen waren und sind für mich ein schwieriges Thema. Zu Beginn fühle ich mich super, ich schaffe es, den Schein zu wahren, eine starke, lebensfrohe Frau zu sein. Umso mehr ich mich verliebe, umso mehr Panik bekomme ich innerlich - ich habe das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, ausgeliefert zu sein - verletzbar.

 

Hier versuche ich prinzipiell schon etwas offener zu reden, wie es mir geht, wie ich mich fühle. Meistens überspiele ich jedoch viel, gebe das Gefühl, dass ich "eh nicht so interessiert bin" und verbaue mir damit selbst viel. So bleibe ich manchmal die unkomplizierte Bettgeschichte, was mir einerseits den Stress mit Nähe erspart, andererseits meinen Wunsch nach Nähe nicht erfüllt. 

 

Und manchmal schaffe ich es dann doch in eine Beziehung, wenn der Mann mir zeigt: Nein, ich bleibe da, ich will dich. Da vertraue ich dann schon etwas mehr. Dennoch war es bisher so, dass ich mich leider sehr schnell in der Beziehung "verlor": Ich wollte sehr viel Zeit mit meinem Partner verbringen, vernachlässigte meinen eigenen Weg und geriet dadurch immer wieder in Achterbahnen der Gefühle, in die ich mein Gegenüber hineinzog.

 

War es mir zu nah, schrie und entwertete ich, ich drückte mit aller Gewalt mein Gegenüber weg. War die Distanz geschaffen, vermisste ich die Beziehung. Es war ein ON-OFF-Teufelskreis - ich fühlte mich beziehungsunfähig. Heute lebe ich schon länger alleine und fokussiere mich darauf, mir selbst Stabilität zu geben, mein eigenes Leben aufzubauen. Ich habe Hobbys und ein gutes Umfeld, das mich stützt. Der Wunsch nach einer Beziehung ist groß und ich will mich wieder darauf einlassen. Ich weiß aber, dass ich "langsam" angehen muss. Immer wieder in mein Leben zurückkehren, für mich selbst da sein. Was mir bei diesen kleinen Schritten half, war besonders der Borderline Notfallkoffer mit hilfreichen Skills.

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Warum gehen Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung fremd?

Man kann nicht verallgemeinernd sagen, dass alle Menschen mit Borderline fremd gehen. Kommt es zu Intimität, reagieren Betroffene allerdings extrem: Sie vermeiden Sexualität komplett oder haben keine Impulskontrolle - es kommt zu Promiskuität und sie wechseln oft Geschlechtspartner. 

Meine Erfahrung:

Ich konnte mich nie auf meinen Freund komplett einlassen. Ich benötigte immer einen Plan B, falls er sterben würde oder ich ihn verliere. Ich brauchte das Sicherheitsnetz. Gleichzeitig war da immer der Kitzel, wenn mich jemand attraktiv fand. Ich definierte mich stark über Männer und Sex, alleine hatte ich keinen Selbstwert, fühlte mich nur hässlich. Wiederum lebe ich deswegen seit gewisser Zeit alleine - bewusst, um zu lernen, dass ich alleine einen Wert habe. Auch ohne Mann habe ich eine Berechtigung zu leben, auch ohne Avancen von Männern darf ich mich schön fühlen. Einfach so. 

Borderline-Beziehung & Sexualität: Wie sind Borderliner im Bett? 

Sexualität wird von Menschen mit Borderline immer wieder als Mittel eingesetzt, die starke Sehnsucht nach Nähe zu stillen und eine Beziehung aufzubauen. Ebenso hilft es manchen, innere Spannungen und Ängste zu reduzieren. Dabei zeigen sie eine hohe Impulsivität und sexuelle Offenheit.

 

Diese wirkt auf das Gegenüber anziehend, ist für die Person mit Borderline jedoch gefährlich: Einerseits können sie sich dabei selbst in eine risikohafte, missbräuchliche Situation bringen, andererseits kann dieses Verhalten sehr selbstschädigend sein und Dissoziationen beinhalten.

Hinsichtlich des Sexualverhaltens teilen Fachexperten Borderline-Patienten in drei Gruppen:

  1. Nicht gelebte Sexualität: Sehnsucht wird von Angst vor (sexueller) Beziehung zurückgehalten

  2. Extrem-Sexualverhalten wird gelebt, oft riskant, gegen Spannungen und Ängste

  3. “Normale” Sexualität: oftmals ebenfalls mit Ängsten verbunden

Das Therapieren von nicht gelebter Sexualität gilt als schwieriger als extrem gelebte Sexualität, da es einfacher ist, etwas Vorhandenes zu therapieren.

Meine Erfahrung:

Da ich mich stark über Männer definierte, tat ich viel um ihnen zu gefallen. Gleichzeitig hatte ich sehr viel Spaß dabei - es gab mir ein Gefühl von Freiheit, mich endlich gehen lassen können, wild sein. Hemmungslos, ich spürte mich. Schwierig war, dass ich mich immer wieder in ungute Situationen katapultierte, mich nicht traute doch "Nein" zu sagen. Solche Momente führten zu einer schmerzenden Leere und tiefen Löchern. Heute möchte ich das auch nicht mehr. Ich wünsche mir EINEN Mann, mit dem ich das teilen kann. Und der mich gleichzeitig als Person respektiert, schätzt und liebt, anstatt bloß als Bettgefährtin.

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Wie lange dauern Beziehungen mit Borderline-Persönlichkeiten? (Phasen bei BPD)

Beziehungen mit Menschen mit Borderline sind oftmals von kurzer Dauer bzw. schnell im on-off-Modus. Grund dafür ist, dass Betroffene oft große Angst vor dem Verlassen werden haben. Sie kämpfen mit einem sehr geringen Selbstwert bis hin zu Selbsthass. Es fällt ihnen schwer, Menschen zu vertrauen, zu glauben, dass sie liebenswert sind. Dabei benennt man grob die sehr intensive Phase der Verführung, die Phase des Klammern ("Ich brauche dich, ich kann ohne dich nicht leben") und die Phase der Zurückweisung (Hass bis hin zu Kontaktabbruch).

 

Daraus resultieren kann eine krankhafte Eifersucht. Kleine Anlässe können deswegen schon zu starken Reaktionen, Gefühlsausbrüchen und Beziehungsabbrüchen führen. Wie lange Beziehungen bei Borderline dauern, kann nicht explizit beantwortet werden. Doch: Menschen mit Borderline zerstören lieber “kontrolliert”, was ihnen wichtig ist, als plötzlich und ohne Vorwarnung selbst verlassen zu werden. Sie werden daher als beziehungsunfähig stigmatisiert.

Meine Erfahrung:

Das kommt immer darauf an, wie stark Borderline ausgeprägt ist bzw. wie gut man schon damit umgehen kann. Damals verfiel ich sehr früh in den ON-OFF-Modus. In meiner letzten Beziehung war ich etwas stabiler und ich denke, wir waren schon etwa 1,5 Jahre glücklich.

Mein Partner (Mann oder Frau) hat Borderline: Was soll ich tun?

Borderline ist eine schwere Persönlichkeitsstörung, die jedoch behandelt werden kann. Betroffene, Männer und Frauen, haben einen hohen Leidensdruck, eine instabile Gefühlswelt und hohe Impulsivität. Sollten Sie sich deswegen lieber trennen?

Eine Beziehung mit einer Borderline-Erkrankten ist sehr herausfordernd und benötigt viel Arbeit. Betroffene sind jedoch, sieht man hinter ihren destruktiven Mantel, besonders liebenswürdige, kreative, humorvolle, sensible Persönlichkeiten. Mit einer geeigneten Psychotherapie und eventuell Paartherapie ist eine Beziehung möglich. Informieren Sie sich über das Thema und reden Sie mit Gleichgesinnten: Dies kann sehr entlastend und aufklärend sein!

Mein Empfinden:

Ich finde es so traurig, wenn ich Menschen höre, die sagen: "Borderliner sind Psychos, mach Schluss." Viele von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung haben so traumatische Erlebnisse in der Kindheit erfahren müssen, dass diese Abwehrmechanismen ihr Überleben sicherten. Schreien und entwerten, um das Gegenüber auf Distanz zu bekommen, half und hilft gegen das schlimme Ohnmachtsgefühl - entstanden durch viele verletzende Grenzüberschreitungen. Wegstoßen ist die Angst, wieder so verletzt zu werden, wenn man wen nahe zu sich lässt, wenn man sich verletzlich zeigt.

 

Ja, eine Beziehung mit Menschen mit Borderline ist nicht einfach, aber meiner Meinung wert. Hinter den Schutzmauern sah ich verletzte Kinder, die, wenn sie dir vertrauen, loyal, voller Liebe, lustig und wahnsinnig tolle Menschen sind. Sie müssen lernen, diese Muster abzulegen, zu verändern, indem sie verstehen, dass sie sich nun anders wehren können und nicht mehr in der Situation von damals sind. Rahmenbedingungen sind für mich auf jeden Fall eine Therapie für die betroffene Person, evtl. Paartherapie und eine offene Kommunikation. 

 

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Wie ist der Beginn einer Beziehung bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Der Beginn einer Beziehung mit Borderline-Erkrankten ist beinahe magisch, als hätte man seinen Seelenpartner gefunden. Das resultiert daraus, dass Personen mit Borderline kein eigenständiges Ich haben. Wie Kinder sind sie vollkommen offen und konzentriert auf das gegenüber.

 

Irgendwann endet diese Phase jedoch und es kommt zu einer schnellen Entwertung, die sehr schmerzhaft ist. Von der Idealisierung, “Du bist das Beste”, kommt es zur Entwertung, “Ich hasse dich” - ein toxisches Beziehungsmuster.

Mein Empfinden:

Meine Beginne waren tatsächlich immer magisch. Ich zeigte mich von meiner besten Seite, die Männer liebten mich sehr schnell. Ich liebte sie sehr schnell. Zu Beginn idealisierte ich komplett, legte ein schnelles Tempo vor. Irgendwann, bei mir sehr bald, funktionierte das "Vorspielen" aber nicht mehr. Meine Fassade bröckelte, Nähe entstand und ich hatte Angst.

 

Ebenso kamen meine Löcher wieder und ich konnte es nicht mehr so gut verheimlichen. Darum merke ich, dass ich meine nächste Beziehung langsam angehen will. Damals ging ich sofort "All-In" und es wurde mir schnell zu nah, ich musste destruktiv wegstoßen. Heute will ich gut fühlen, was ist gut für mich und wo ist es mir zu viel, wo muss ich mich ernst nehmen. Meinen Borderline-Notfallkoffer für Anspannungen, Achtsamkeit etc. habe ich nach wie vor an meiner Seite und nutze die DBT-Skills, um dies früh genug zu merken.

Welche Borderline-Typen gibt es für Beziehungen?

Psychotherapeutin Suzana Pavic meint dazu, dass niemand zufällig in eine Beziehung komme. Borderline-Betroffene wechseln oft ihre Partner, der Fremde wird schnell zur großen Liebe, die ebenso schnell wieder verfliegt. Ein klarer Typ lässt sich nicht beschreiben, selten sind es jedoch selbstsichere Menschen, die sich mit Borderlinern einlassen.

 

Die anfängliche Idealisierung schmeichelt dem Gegenüber, Dramen vermitteln dem Gegenüber das Gefühl als Retter - es fühlt sich an wie ein Rausch. Aus diesen Gründen werden zunehmende Ausbrüche und Drohungen toleriert, die toxische Beziehung entsteht.

Mein Empfinden:

Für mich kann ich hier keine klare Antwort geben. Nachdem ich schwierige Männer hatte, machte ich ein Jahr komplette Pause und schwor mir, dass mein nächster Freund "sein Leben im Griff" hätte. Seit da hatte ich wirklich tolle Freunde, die ich sehr liebte.

 

Vielleicht hatten alle gleich, dass ich schnell merkte, dass sie "alles für mich tun" und sich selbst dabei zurückstellten. Dadurch fing ich sehr schnell an, damit zu spielen. Mein Tipp also: Wahrt eure Grenzen und nehmt diese ernst - beide: Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und Partner - ebenso Freunde von Borderlinern. Sonst kann es sehr schnell sehr destruktiv werden!

Habt ihr einen guten Freund oder eine eine gute Freund der/die Borderline habt, findet ihr weitere Infos unter Borderline und Beziehung: Freundschaft

 

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Vorwurf und Stigma: Sind Borderliner beziehungsunfähig? 

Dies ist die vorherrschende Meinung, auch Menschen mit Borderline bezeichnen sich selbst so. Allerdings kann man diesen Vorwurf, dieses Stigma nicht verallgemeinern. Betroffene und ihre Partner stehen vor großen Herausforderungen, eine grundsätzliche Unfähigkeit der Beziehungsführung lässt sich aber nicht ableiten. 

Meine Erfahrung:

Nein, wir sind nicht beziehungsunfähig. Wir haben Schwierigkeiten mit Vertrauen, Nähe und Stabilität. Wenn wir aber vertrauen, sind wir empathische, loyale, wichtige Freunde und auch Partner. Das kann ich von mir und von anderen Freunden mit dieser psychischen Erkrankung sagen. Darum setze ich mich so für die Entstigmatisierung und Aufklärung ein: Wir sind es verdammt noch mal Wert!

Borderline-Beziehung: On-Off-Beziehung - Ist es das Ende, wenn er/sie auf Distanz geht? (BPD-Beziehung beenden)

Für Partner kann die Borderline-Beziehung sehr schwierig werden. So genannte On-Off Beziehungen sind nicht selten, Betroffene von Borderline schwanken zwischen Nähe und Distanz

 

Wird man von einer Person, die man sehr gerne hat, verletzt, schließt man manchmal mit sich selbst den Pakt, sich nie wieder auf jemanden so einzulassen. Diese Form des Selbstschutzes ist bei Borderline-Betroffenen viel intensiver: Ihre große Angst vor dem Verlassenwerden kollidiert mit ihrem großen Wunsch vor Nähe.

 

Sobald der Partner "zu nahe kommt", "hinter die Fassade sehen könne", die "Verletzlichkeit" oder Unzulänglichkeit" sehen könnte, erzwingt man durch verschiedene Arten (z. B. Streit provozieren, vorübergehender Kontaktabbruch) wieder Distanz. So extrem das wirkt, in diesem Fall helfen drei Dinge:

  • Selbstschutz: Achte nun gut auf dich selbst und deine eigenen Grenzen - das hilft dir und deinem Partner mit Borderline, um die Situation wieder zu beruhigen

  • Raum geben: Menschen mit Borderline suchen Distanz, weil es für sie in dem Moment zu eng ist - gib deinem Partner Raum, damit er merkt, du drängst ihn nicht mehr zu etwas

  • Plan entwickeln und besprechen: Besprecht miteinander, was im Notfall hilft - am besten merkt die betroffene Person mit BPD frühzeitig, wenn es zuviel wird und kommuniziert dies.

  • Geht es nicht mehr: Wenn es über die eigenen Grenzen geht und zu sehr belastet, ist es besser, die Borderline-Beziehung zu beenden.

Mein Empfinden:

Auf Distanz zu gehen war für mich wichtig, um wieder zu mir zurück zu finden. Ich hatte oft das Gefühl, mich in einer Beziehung zu verlieren. Bei so viel Nähe spürte ich nicht mehr, welcher Teil ich war, was ich empfinde. Ich vollführte das lange sehr extrem - ich provozierte einen Streit, fühlte plötzlich nichts mehr für meinen Partner, brach den Kontakt ab oder mein Körper fühlte sich inkl. meiner Gefühle taub an.

 

Für Menschen mit Borderline ist das extrem schwer, Beziehungen sind eine große Herausforderung. Mein Gegenüber verstand das teilweise absolut nicht - Vorwürfe und Unverständnis brachten mich jedoch in eine noch größere Not. Die Freunde bzw. den Partner, den ich jetzt habe, geben mir sehr viel Raum - ich darf unsicher, unschlüssig sein und mich manchmal verlieren. Sie helfen mir dann, mich wieder zu finden, in dem sie mir den Raum geben und mir erlauben, mir Zeit für mich zu nehmen. Gleichzeitig sagen sie mir ehrlich, wenn ich sie vor den Kopf stoße, was für mich sehr wichtig ist: Es sensibilisiert mich mehr dafür, frühzeitig Dinge anzusprechen.

Quellen: